Bei der Zielgruppe des Projektes Klik handelt es sich um individuell beeinträchtigte und/oder sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene mit Lebensmittelpunkt Straße im Alter bis zu 30 Jahren. In der Umgangssprache werden diese jungen Menschen häufig als „Straßenkinder“ bezeichnet.
Die Mehrzahl der betroffenen jungen Menschen lebt in Abständen immer wieder kurzzeitig auf der Strasse, ein deutlich geringerer Anteil lebt dauerhaft dort. „Straße“ meint im weitesten Sinn alle öffentlichen Orte, an denen sich die betroffenen jungen Menschen aufhalten.
Aufgrund vielfältiger Problembelastungen wie z.B. familiäre Konflikte; Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen; Leistungs- und Anpassungsdruck; schlechte wirtschaftliche Verhältnisse der Herkunftsfamilie, stellt die Straße für diese Heranwachsenden den überwiegenden oder alleinigen Lebensmittelpunkt und die wesentliche Sozialisationsinstanz dar.
Damit verbunden sind die weitgehende Abkehr von gesellschaftlichen Sozialisationsinstanzen wie Familie, Jugendhilfemaßnahmen, Schule und Ausbildung und die Hinwendung zum Gelderwerb auf der Straße.
Die Lebenslagen der Jugendlichen auf der Straße sind gekennzeichnet durch soziale Benachteiligung und Ausgrenzung.
Ein Großteil der jungen Menschen hat keinen festen Wohnsitz und muss sich jeden Tag aufs Neue eine Unterkunft für die Nacht besorgen. Viele der jungen Menschen nutzen Abbruchhäuser oder die Wohnungen von FreundInnen als vorübergehenden Unterschlupf.
Die häufigste Einnahmequelle der jungen Menschen ist das Schnorren. Staatliche Transferleistungen erhält nur ein Teil der jungen Menschen und die Möglichkeiten, sich über eine Erwerbstätigkeit Geld zu verdienen, sind äußerst begrenzt. Insofern sind die jungen Menschen in starkem Maße von materieller Armut betroffen.
Schule oder eventuell auch Ausbildungen wurden im Verlauf der Straßenkarriere häufig abgebrochen, sodass nur sehr wenige der jungen Menschen über einen Schul- bzw. Ausbildungsabschluss verfügen. Mangelnde Ausbildung und Lücken im Lebenslauf führen zu Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt, sodass die jungen Menschen sich häufig von sich aus zurückziehen, gleichwohl sie zum Teil explizite Berufswünsche und Zukunftsvorstellungen haben.
Treffpunkte der jugendlichen Klik- NutzerInnen sind öffentlichen Plätze und Bahnhofsstationen im Einzugsgebiet des Klik, vor allem der Alexanderplatz, die S-Bahnhöfe Friedrichstraße, Hackescher Markt, Schönhauser Allee und Warschauerstraße sowie verschiedene Parks. Den jungen Menschen dienen diese Orte als soziale Treffpunkte und Schnorrplätze. Die Mitglieder der Gruppen, zu denen das Klik Kontakt hat, bezeichnen sich häufig als Punks und besitzen Hunde, die ihre ständigen Weggefährten sind. An den bezeichneten öffentlichen Plätzen unterliegen diese jungen Menschen einer gezielten Vertreibung durch Polizei und privaten Wachsschutzfirmen, da sie im öffentlichen Bild der Stadt als störend empfunden werden. Aus dieser Vertreibungspolitik resultieren für die Jugendlichen oft ein psychischer Druck und in der Regel eine Vielzahl von Strafanzeigen, die dazu beitragen, dass viele von Ihnen bereits Erfahrungen mit Gerichten und Gefängnissen gesammelt haben.
Auf der Straße sind die jungen Menschen verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt. Hervorzuheben ist dabei der Konsum von Drogen. Ein Großteil der jungen Menschen konsumiert regelmäßig Drogen, wie Cannabisprodukte und Alkohol. Auch hat ein nicht unerheblicher Teil Erfahrungen mit harten Drogen, wie Kokain, Heroin und verschiedenen chemischen Drogen.
Eine weitere Gefährdung stellen die schlechten hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen auf der Straße dar.
Doch die Straße hält die jungen Menschen auch an, selbstständig ihr Leben abzusichern. Im Unterschied zu gleichaltrigen Personen verfügen sie häufig über sehr viel mehr Lebenserfahrung, eine unangepasste Lebenseinstellung und Kreativität in der täglichen Absicherung. Diese Potentiale sollen über die Arbeit des Kontaktladens gestärkt und gefördert werden.